Die Savonnerie de Lenzbourg

Was im Jahr 1857 mit der Gründung der Savonnerie de Lenzbourg durch Johann Rudolf Ringier begann, endete 1983 in der epischen Militär-Sprengaktion «Operation Feuervogel». Während die Lenzburger Fabrikanlage einem Parkplatz weichen musste, zügelte die Produktion nach Hallwil, ehe sie 1990 endgültig ihre Tore schloss.

In diesen über 125 Jahren wurden in Lenzburg erst Medizinalseifen, schliesslich Kernseifen, hochwertige Toilettenseifen, Waschpulver und Seifenflocken hergestellt. Die Produktionsstätte erlebte im laufe der Jahrzehnte wirtschaftliche Hochs und Tiefs. Zwischenzeitlich in belgischer Hand (1900-1909) heimste die Fabrik mehrere Auszeichnungen für Produktinnovationen ein, sackte jedoch finanziell ab. Das wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen wurde schliesslich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Einer ihrer Gründer war Gustav Henckell, wohl bekannt als Gründer der heute noch existierenden HERO Konservendosenfabrik. Durch zwei Weltkriege hindurch schaffte es die Firma immer wieder mit neuen Produkten zu überleben. Ihre Kernseifenmarken Krone, Adler und das REX Scheuerpulver entwickelten sich zu wahren Kassenschlagern. Über lange Zeit produzierte die Fabrik auch für andere Unternehmen wie etwa die Toilettenseife Veleda.

Im Volksmund liebevoll «Seifi» genannt, ist die Savonnerie heute noch im kollektiven Gedächtnis verankert. Nun, Jahrzehnte nach der Schliessung hat das Museum Burghalde eine kulturhistorische Ausstellung initiiert, wobei nicht nur die Firmengeschichte, sondern auch das Produkt Seife in den verschiedenen Kulturkreisen und Epochen beleuchtet werden. Perlen aus dem Firmenarchiv sind die historischen Fotos, Filmaufnahmen und Objekte, die Einblick in die damaligen Produktionsprozesse geben. Am Originalschauplatz lebt ein Stück Industriegeschichte Lenzburgs auf.

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