Sonderausstellung in Lenzburg

Eine kulturhistorische Ausstellung mit vielfältigem Rahmenprogramm rund um Sauberkeit, Reinlichkeit und Reinheit.

Das Museum Burghalde trifft mit seinen neuen Ausstellungen rund um Sauberkeit und Hygiene den Nerv der Zeit. Die aktuell omnipräsenten Themen treiben unsere Gesellschaft stark um und wollen hinterfragt werden. Unabhängig von der aktuellen Situation beherrscht die Sauberkeit unseren Alltag und prägt selbst unsere Sprache. Denken wir an die geflügelten Worte «Mit allen Wassern gewaschen sein», «eine weisse Weste haben» und «seine Hände in Unschuld waschen».

Kulturhistorische Ausstellung rund um Seifen

In der ehemaligen Seifenfabrik Lenzburg öffnet eine aktuelle Sonderausstellung die Türen zur faszinierenden Welt der Seifen. Dass sich in diesem Alltagsprodukt eine so spannende Kulturgeschichte steckt mag überraschen. In der Ausstellung wird Sauberkeit in der grauen Vorzeit bis in die nanotechnologische Forschung, die auf Reinigung ganz ohne Seife setzt, erklärt.


Die Geschichte der Lenzburger Seifenfabrik

Ein weiterer Fokus der Ausstellung liegt auf der Geschichte der Savonnerie Lenzbourg, 1857 vom Lenzburger Johann Rudolf Ringier gegründet. Während beinahe 130 Jahren produzierte man Kernseifen, hochwertige Körperseifen, Waschpulver und Flocken. Perlen aus dem Firmenarchiv sind sicherlich die historischen Fotos, Filmaufnahmen und Objekte, die Einblick in die damaligen Produktionsprozesse geben. Eine 100 jährige Seifenpressmaschine aus dem ehemaligen Fabrikationsgebäude dürfte Technikfans begeistern. Ein spektakuläres Ende nimmt die «Seifi»-Ära im Jahr 1983, als die Fabrikgebäude bis auf eines durch die militärische Sprengaktion «Operation Feuervogel» dem Erdboden gleichgemacht wurden. 


Seifenlabor mit Nanotechnologie

In Kooperation mit dem Swiss Nanoscience Institut der Universität Basel ist für die kleinen und grossen Besucher ein Seifenlabor entstanden – ein Ort zum Ausprobieren und Experimentieren. Angeleitet von Professor Wiesel, dem Maskottchen des Museums, können von Klein und Gross physikalische Aspekte von Sauberkeit untersuchen und eigene Seifenkreationen herstellen. Garantiert ein erlebnis- und erkenntnisreicher Besuch und durchweg e suberi Sach.
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Plakatausstellung

Ikonen der Plakatwerbung aus 125 Jahren Grafikdesign sind im Ausstellungsfenster «…wäscht weisser» zu bestaunen. Wer erinnert sich nicht an die einprägsamen Motive und Sprüche von Marken wie Persil, VIM, Mettler und Co. Die herausragenden Druckerzeugnisse im Weltformat sind gleichzeitig ein Teil einer Ausstellungsreihe zu historischen Industrieplakaten, organisiert vom Projektpartner «FormatF4.»

> Im Rahmen des Industriekulturjahres werden zu Industrieplakaten verschiedene Führungen und Sammlungsbesichtigungen angeboten: www.industrieplakate.ch

Seifenkistenrennen

Was wäre ein Veranstaltungsprogramm, das sich gewaschen hat, ohne ein echtes Seifenkistenrennen. Neben Workshops im Seifenlabor für Erwachsene und Schulklassen, Expertenvorträgen zu den Werbeplakaten im Weltformat und kulturhistorischen Führungen ist am 23. August ein Seifenkistenrennen geplant. In der Ausstellung ist ein Prachtexemplar von Seifenkiste zu bestaunen. Wer gerne wieder einmal in die Kindheit zurückversetzt werden möchte, darf sich in die Seifenkiste setzen und über den gezeigten schwarz/weiss-Film «Boliden» (Filmregie Walter Feistle) aus den 1990er Jahren herzhaft lachen.
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Reinheit im Ikonenmuseum

Im angegliederten Ikonenmuseum geht es schliesslich um den sakralen Aspekt von Reinheit – nämlich in der Gegenüberstellung der russischen Heiligenbilder und den Industriestahl-Skulpturen des Schweizer Künstlers James Licini (*1939). Seit den 70er Jahren gehört Licini zu den prägenden Eisenplastikern. Das Ikonenmuseum nimmt unter dem Aspekt seiner beeindruckenden Ikonensammlung Licinis plastische Abstraktionen zum Anlass, der Tradition der russischen Ikone einige ausgewählte Arbeiten gegenüberzustellen. Denn sowohl die russischen Heiligenbilder als auch Licinis Werke repräsentieren in ihrer reinen Form die unablässige Suche nach der Öffnung neuer geistiger Räume jenseits des eigentlich Sichtbaren.

Industriekultur im Kanton Aargau

Die Ausstellungen rund um Seifenindustrie und Industriestahl entstehen im Rahmen des kantonalen Themenjahres #ZeitsprungIndustrie, welches dem reichen industriellen Erbe einen gesteigerten und bleibenden Wert in der Gesellschaft verschaffen will. Über 40 Projektpartner aus Bildung, Industrie und Kultur haben ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm erarbeitet, wobei Schlaglichter auf die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft des Industriestandorts Aargau geworfen werden.

> Presseberichte über die «Saubere Sache»
> Zur Website des Museum Burghalde